Nachhaltigkeit ist längst mehr als nur ein Schlagwort: Sie ist zu einem zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden. Angesichts knapper werdender Ressourcen, einer schnell wachsenden Bevölkerung und der gravierenden Folgen des Klimawandels sind nachhaltige Geschäftspraktiken für den zukünftigen Erfolg von Unternehmen von entscheidender Bedeutung.
Von David Catanho, Sustainability Transformation Manager für den Geschäftsbereich Fahrzeugreparaturlacke bei AkzoNobel.
AkzoNobel hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: So sollen die CO₂-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis 2030 um 50 % reduziert werden. Als Lieferant für Karosserie- und Reparaturbetriebe unterstützt das Unternehmen seine Kunden aktiv dabei, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen – unter anderem mit dem Programm „Sustainable Repair Network”.
Das Sustainable Repair Network stellt Produkte, Dienstleistungen und digitale Tools bereit, die eine messbare Verbesserung der CO₂-Bilanz von Werkstätten ermöglichen. Durch Besuche in Werkstätten und die Analyse verschiedener Betriebsaspekte identifizieren wir Potenziale, um den Einstieg in nachhaltige Prozesse zu erleichtern oder bestehende Strategien zu optimieren und zu beschleunigen.
Während sich viele Unternehmen auf Scope-1- und Scope-2-Emissionen – also direkte und indirekte Emissionen im eigenen Betrieb – fokussieren, konzentriert sich AkzoNobel gezielt auf Scope-3-Emissionen. Dabei handelt es sich um Emissionen, die außerhalb der direkten Geschäftstätigkeit entstehen, insbesondere nachgelagerte Emissionen. Diese sind besonders schwer zu messen, zu beeinflussen und zu steuern.
Das Sustainable Repair Network bietet drei Hauptservices, mit denen sich für jede Werkstatt individuelle Strategien entwickeln lassen – basierend auf konkreten, umsetzbaren Daten und Erkenntnissen.
Das erste Tool ist der „Carbon Pulse“. Dabei wird die CO₂-Bilanz einer Werkstatt umfassend erfasst und quantifiziert. AkzoNobel liefert anhand von Daten zum Energieverbrauch, der Anzahl reparierter Fahrzeuge und weiteren Produktionskennzahlen wichtige KPIs (Key Performance Indicators), die eine Bewertung des aktuellen Status und die Entwicklung gezielter Maßnahmen ermöglichen.
Das zweite Tool, der „Energy Pulse”, unterstützt Werkstätten dabei, ihre Emissionsziele zu erreichen. Es handelt sich um eine Art Energieaudit, das alle Energieverbrauchsbereiche einer Werkstatt umfasst – von der Lackierkabine über die Beleuchtung bis hin zur Belüftung. Selbst kleine Veränderungen im täglichen Betrieb können sich im Jahresverlauf erheblich auf den Energieverbrauch auswirken.
Das dritte Tool ist der „4R-Pulse“ – Repair, Reduce, Reuse, Recycle, also Reparieren, Reduzieren, Wiederverwenden und Recyceln. Es zeigt, welcher Ansatz in welcher Situation am nachhaltigsten ist. So kann der Austausch eines Stoßfängers durch ein neues Teil beispielsweise zunächst wirtschaftlicher erscheinen. Berücksichtigt man jedoch die Aspekte Herstellung, Transport und Entsorgung, kann eine Reparatur die nachhaltigere und langfristig sogar günstigere Lösung sein.
Der Fokus liegt also nicht nur auf finanziellen Aspekten, sondern auf einem grundlegenden Perspektivwechsel hin zu mehr Nachhaltigkeit und Langlebigkeit. Die zentrale Frage lautet: Wie können wir langfristige Nachhaltigkeit über kurzfristige Einsparungen stellen?
Gemeinsam für den Wandel